Immer wenn ich geh‘

Immer wenn ich geh‘, bin ich innerlich leer.
dann ist da nichts mehr.
ich sitze dort, kaputt und doch so unversehrt.
frage zu viel nach, halte inne und drücke auf Play,
schlage die Zeit tot.
Minute by minute
hour by hour
day by day.

Immer wenn ich geh‘, dann gibt es keine Grenzen mehr.
Zwischen richtig und falsch,
zwischen dem Weg und dem Ziel,
zwischen Sehnsucht und Ignoranz,
zwischen Nähe und Distanz,
zwischen jetzt und danach,
entre le chute et l’atterrissage.

Immer wenn ich geh‘, gehe ich allein,
um besonders stark zu sein.
Hoffe auf eine Pause meiner zerstörerischen Gedanken,
öffne die Tore, Barrieren und meine beschützenden Schranken.

Immer wenn ich geh‘, bleibt dieser fade Nachgeschmack,
vom Rauch meiner Zigaretten, dem schlechten Kaffee und der Scham,
und doch weiss ich, dass der Tag kommen wird, nachdem er kam.
Und dass er nicht bleiben wird, denn die Zeit macht uns gemeinsam einsam.

Immer wenn ich geh‘, bleiben viele Fragen offen.
Es gibt kein Ja oder Nein,
nur die Antwort auf das Sein.
Nur noch eine Zettel auf dem Küchentisch,
nur noch ertragen, abwarten und hoffen.

Immer wenn ich geh‘, gehe ich mit dem Wunsch zu sterben
und trotzdem weiss ich, dass ich zurück kommen werde.

Immer wenn ich geh‘, kann ich mir vor Scham nicht selbst in die Augen sehen,
Aber immer wenn ich geh, bleib ich wenigstens nicht stehen.

Deep Dark Summer

 

Dunkle Sommertage, versunken im Gras. Dunkles Sonnenlicht, vermischt mit Abgas. Goldene Momente in der Luft. Diese untrügliche Stimmung mit seinem dunklen Sommerduft. Stummes Brummen zwischen dem Blütenstaub macht einem taub. Endlose Schwere bis in die Tiefen des Herzens, endlose Tage und diese dumpfen Schmerzen.

Regentag

Regen. Regen. Regen. Das Wasser fliesst und fliesst. Der Himmel verbraucht mehr Wasser als du, ich, wir es tun. Bäche werden zu Flüssen, Seen zu Meere. Es ist nass, grau und erdrückend. Ich habe Lust Frühlingsblumen zu pflücken. Mein Haus mit leuchtenden Farben zu schmücken. Doch dieser Tag besteht aus lauter Lücken, in denen das Wasser fliesst. fliesst. fliesst. und die Launen der Menschen giesst und in ihren Gedanken liest, ihren schwarzen Gedanken. Aber wir hätten doch allen Grund uns zu bedanken. Wasser ist Leben. Wasser ist so kostbar wie nichts auf der Erde. und momentan haben wir es gerade im Übermass. Wir sollten den Regen verschenken, in die trockenen Enden dieser Welt, dort wo er die Tag erhellt. Doch ich bleibe sitzen. Im Regen, diesem endlosen Segen. Und warte bis es heller wird. Träume von der Sonne, von Vitamin D und davon dass ich im ewigen Grau ein Lichtblick seh. Die Regentropfen klopfen im Takt der Uhr. Und ich sehe zu wie die Stunden vergehen und dass ich diesen Tag überstehe.

Vom Wahn gepackt

Der Schnee liegt hoch vor der Tür. Draussen ist es leise – hier drinnen laut. Schläge an meinem Kopf, Geräusche aus allen Ecken, zucke zusammen. Meine Beine sind sehr schwer, ich sollte mich bewegen, etwas tun. Diese schlimme Welt in mir drinnen, völlig überlastet von Farben und Tönen, dass sie mich nachts nicht schlafen lässt. Sollte sie ignorieren. Ignoranz ist Beruhigung, lässt uns schlafen. Bin ich im Unterbewusstsein verrückt? Glauser hat recht. Aber ich bin doch ganz normal, muss nur den Schalter umlegen. Wir alle haben einen Schalter, wie wir einen Willen haben, er lässt uns überleben. Ich bin wieder da, aber ist die Welt da draussen wirklich besser?